Brotbrechen – ein Bund

Autor: Zac Poonen


Als Jesus das ,,Brotbrechen” einsetzte, benutzte Er ein Wort, dass Er nie zuvor benutzt hatte ­ das Wort ,,Bund”. Ein richtiges Verständnis dieses Wortes ist unbedingt notwendig, wenn wir auf bedeutungsvolle Weise am Tisch des Herrn teilnehmen wollen.

Eine Bundesbeziehung mit Gott Die erste Erwähnung des Wortes ,,Bund” finden, wir in 1. Mose 6,18, wo Gott verheißt, mit Noah einen Bund aufzurichten (1Mo 9,9.11). Gott richtete die ganze Welt wegen der Sünde des Menschen, und nun schloss Er mit Noah einen Bund, dass Er die Welt nie wieder mit einer Flut richten würde, so wie Er es gerade getan hatte. Gott gab ein Zeichen, um den Bund darzustellen, den Er gemachte hatte. Es war das, was wir jetzt den ,,Regenbogen” nennen. Gott jedoch nannte es ,,meinen Bogen in den Wolken” (1Mo 9,13). Das für ,,Bogen” benutzte Wort ist hier genau dasselbe, das anderswo in der Bibel mit der Waffe, dem Bogen, übersetzt wurde. Ein Bogen wird immer in die Richtung desjenigen gerichtet, der mit dem Pfeil erschossen werden soll. Die Bedeutung des Bogens in den Wolken, der nach oben (statt nach unten) zeigt, liegt darin, dass Gott, der im Himmel wohnt, selbst den Pfeil empfangen, der von diesem Bogen abgeschossen wurde, und das Gericht für die Sünde des Menschen auf sich nehmen würde. Der Bogen würde nicht auf den Menschen, sondern auf Gott selber gerichtet werden. Die Welt ist seither nie mehr durch eine Flut gerichtet worden. Psalm 69,2-3 besagt, dass die Flut von Gottes Gericht am Kreuz über Jesus ging. Das war die Erfüllung des Zeichens des Bogens in den Wolken.

Die nächste Person in der Heiligen Schrift, mit der Gott einen Bund machte, war Abram. Davon lesen wir erstmals in 1. Mose 15,18. Beachte an dieser Stelle, wie Gott diesen Bund mit Abram einging. Abram wurde aufgetragen, drei Tiere und zwei Vögel herbeizubringen, sie zu schlachten und auf dem Boden auszubreiten (V. 9-10).

Die Tiere wurden in der Mitte zerteilt und je ein Teil dem anderen gegenübergelegt.

In der Nacht kam Gott vom Himmel herab und fuhr als rauchender Ofen und als Feuerflamme zwischen den Hälften der toten Tiere hindurch. Somit war es der Herr, der den Bund mit Abram machte. Die Bedeutung war erneut klar ­ dass Gott selber Sein Leben für Abram hingeben würde (wie diese toten Tiere). Wie im Falle des Bundeszeichens mit Noah war der Tod der Weg, auf dem der Bund geschlossen wurde ­ ein Tod, in dem Gott selbst die Initiative übernahm.

Diese Methode, einen Bund zu schließen und zu bestätigen wurde später eine Praxis in Israel (wie man in Jer 34,18-19 sehen kann). Jedes Mal, wenn zwei Menschen in einen Bund eintraten, schlachteten sie ein Kalb, zerteilten es in der Mitte, gingen zwischen den beiden Teilen hindurch, wodurch sie symbolisch zum Ausdruck brachten, das jede Partei bereit war, ihr Leben für die andere hinzugeben, um so dem Bund treu zu bleiben. Es war ein ernstes Vergehen, einen solchen symbolischen Eid zu machen und ihn nicht zu halten. Daher sagte Gott dem Volk Juda durch Jeremia, dass Er sie hart dafür bestrafen würde, dass sie einen solchen Bund gemacht und dann gebrochen hatten.

In 1. Mose 17 sehen wir, wie Gott den Bund mit Abraham nochmals bestätigte. Gott gab ein Zeichen, um diesen Bund kenntlich zu machen ­ diesmal war es die Beschneidung. Die Beschneidung ist ein Abschneiden des Fleisches und symbolisiert (wie Phil 3,3 und Kol 2,11 deutlich machen) den Tod des Fleisches. Wir bemerken, dass das Symbol des Bundes erneut etwas ist, das vom Tod spricht. Dieses Mal war es Abraham und sein Same, die ihre Bereitschaft, dem Bund bis zum Tod treu zu sein, signalisieren mussten. Die äußerliche Beschneidung war nur ein Zeichen von Gottes Verlangen, die Herzen der Israeliten zu beschneiden, damit sie Ihn von ganzem Herzen liebten (siehe 5Mo 30,6; Röm 2,28-29). Dies lehrt uns, dass es ohne den Tod des Fleisches keine von Herzen kommende Liebe für Gott geben kann.

Das nächste Mal lesen wir von einem Bund als Gott einen Bund mit dem Volk Israel durch Mose schloss ­ wir nennen das den ,,alten Bund” oder das ,,Alte Testament”.

Wir lesen davon in 2. Mose 24,4-7. Mose schrieb Gottes Worte in ein Buch (das Buch des Bundes), schlachtete junge Stiere als Opfer für den Herrn und besprengte das Volk mit dem Blut der Stiere und sprach: ,,Seht, das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch geschlossen hat aufgrund aller dieser Worte” (2Mo 24,8). Der Bund wurde mit dem Blut von geschlachteten Tieren besiegelt.

Das ist das erst Mal, dass der Ausdruck ,,das Blut des Bundes” in der Bibel verwendet wird. Das ist derselbe Ausdruck, den Jesus benutzte, als Er beim letzten Abendmahl seinen Jüngern den Kelch reichte (Mt 26,28). Unter dem alten Bund wurde das Blut nur auf das Volk gesprengt. Im neuen Bund lädt uns Jesus ein, den Kelch zu trinken. Das symbolisiert die Tatsache, dass das Gesetz unter dem alten Bund nur das äußerliche persönliche Leben reinigen kann, während wir unter dem neuen Bund innerlich gereinigt werden können.

Erneut lesen wir, dass man den Bund durch den Tod eingeht. In Hebräer 9,13-22 wird dieser Gegensatz zwischen dem Blut von Stieren und dem Blut Christi hervorgehoben; dort lesen wir, dass ,,wo ein Bund ist, da muss der Tod dessen geschehen sein, der den Bund gemacht hat … er ist noch nicht in Kraft, solange der noch lebt, der ihn gemacht hat” (V. 16-17). Das ist der Grund, warum jedes Symbol eines jeden Bundes, den Gott mit irgendeinem Menschen geschlossen hat, den Tod symbolisiert.

Der einzige Weg, auf dem Jesus den neuen Bund mit uns schließen konnte, war durch Seinen eigenen Tod; und der einzige Weg, auf dem wir in diesen Bund und seine Privilegien eintreten können, ist durch den Tod unseres eigenen Ichs. Das bringen wir zum Ausdruck, wenn wir beim ,,Brotbrechen” [Abendmahl] das Brot essen und den Wein trinken.

In Hebräer 13,20 lesen wir, dass Gott Jesus durch das Blut des ewigen Bundes von den Toten heraufgeführt hat. Was bedeutet das? Das Blut, das Jesus am Kreuz von Golgatha für uns vergoss, wurde als Folge davon, dass Er der Sünde bis zum Tode widerstand, vergossen (Hebr 12,4). Jesus war entschlossen, dem Vater zu gehorchen und niemals zu sündigen. Seine Einstellung gegenüber dem Vater war: ,,Vater, ich würde lieber sterben, als Dir in einem kleinen Punkt ungehorsam zu sein” (siehe Phil 2,8 ­ ,,gehorsam bis zum Tode”). Das war Jesu Bund mit Seinem Vater.

Nun lädt uns Jesus an Seinen Tisch ein, um von dem Kelch zu trinken, welcher das Blut dieses neuen Bundes ist. Sind wir willig? Können wir den Kelch trinken, den Er getrunken hat? Verlangen wir danach, wie der Apostel Paulus, ,,die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen und so seinem Tode gleichgestaltet zu werden, damit (auch wir) zur Auferstehung von den Toten gelangen?” (Phil 3,10-11).

Die meisten Gläubigen kommen so leichtfertig zum Tisch des Herrn, ohne irgendein Verständnis dessen, was es bedeutet und warum es bei diesem Bund überhaupt geht. Nur jemand, der entschlossen ist, im Kampf gegen die Sünde bis aufs Blut zu widerstehen, kann würdig am Tisch des Herrn teilnehmen.

Das Wort ,,Bund” kann mit einer ernsten, feierlichen Vereinbarung, die vor einem Gericht unterschrieben wird, verglichen werden. Niemand würde vor Gericht eine Vereinbarung unterschreiben, ohne sie sorgfältig durchzulesen und die Bedingungen der Vereinbarung zu verstehen. Aber wie leichtfertig nehmen Gläubige am Tisch des Herrn Brot und Wein ein! Kein Wunder, dass auch heute, wie damals in Korinth, viele Gläubige (körperlich und geistlich) schwach und krank (physisch und geistlich) sind, und eine Anzahl von ihnen stirbt vor Gottes festgesetzter Zeit (1Kor 11,30) ­ alles bloß weil sie leichtfertig am Abendmahl teilnehmen.

In 3. Mose 26,14-20 hatte Gott die Israeliten gewarnt, dass, wenn sie einen Bund mit Ihm schlössen und ihn dann brächen, würden sie krank und besiegt werden, und ihre Mühe und ihre Arbeit würden vergebens sein.

Es ist eine ernste Angelegenheit, einen Bund zu brechen. ,,Lass dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott … Wenn du Gott ein Gelübde tust, so zögere nicht, es zu halten … Es ist besser, du gelobst nichts, als dass du nicht hältst, was du gelobst” (Pred 5,1-5).

Jeder, der wiederholt von Krankheit und Schwachheit geplagt wird, sollte sorgfältig überlegen, ob er seinen Bund mit Gott leichtfertig gebrochen hat. Das ist der Grund, warum Jakobus uns aufträgt, einander unsere Sünden zu bekennen, damit wir geheilt werden (Jak 5,16).

Das Brot, das wir brechen, symbolisiert den Leib Christi. Als Erstes symbolisiert es den physischen Leib, den Jesus annahm, als Er auf die Erde kam, in dem Er nie Seinen eigenen, sondern nur den Willen Seines Vaters tat (siehe Hebr 10,5-7). Daher war Sein Leib während Seines ganzen irdischen Lebens ein gebrochener, ergebener Leib. Sein Leib war wie ein Brotlaib ­ leicht zerbrechlich, selbst wenn man ihn nur leicht berührte. So tief war Seine Hingabe an den Willen Seines Vaters in allen Punkten. Wenn wir das Brot brechen und es zu uns nehmen, bezeugen wir dadurch auf sehr ernste Weise, dass auch wir das Verlangen haben, denselben Weg der Hingabe und der Gebrochenheit zu gehen. Es ist daher etwas Ernstes, dies dem Herrn beim Abendmahl zu sagen und dann so zu leben, als ob wir nie einen Bund mit Gott gemacht hätten. Wir mögen nicht vollkommen sein, aber der Herr erwartet sogar vom jüngsten Gläubigen, dass er/sie eine Bereitschaft zeigt, den Weg des Todes des eigenen Ichs zu gehen, nicht mehr länger für sich selbst, sondern für Ihn allein zu leben (2Kor 5,15). Sonst nehmen wir das Brot auf unwürdige Weise zu uns, indem wir den Leib des Herrn nicht unterscheiden.

Eine Bundesbeziehung unter Brüdern und Schwestern Das Brot, das wir brechen, symbolisiert nicht nur den physischen Leib Christi, sondern auch die Kirche, den Leib Christi (1Kor 10,16-17), denn es ist nur ein Brot und wir, die wir viele sind, sind ein Leib. Diejenigen, ,,die Opfer essen, stehen in der Gemeinschaft des Altars” (1Kor 10,18). Wenn wir am Tisch des Herrn essen, sollen wir Seinen Tod am Kreuz (dem Altar) verkündigen ­ indem wir unser Ich verleugnen ­ nicht nur in unserer Beziehung mit Gott, sondern auch in unserer Beziehung mit anderen im Leib Christi.

,,Wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen” (1Joh 3,16). Das ist ein weiterer Aspekt unseres Zeugnisses beim Abendmahl. Wir treten nicht nur mit dem Herrn in einen Bund ein, sondern auch mit unseren Geschwistern im Glauben. Und auch hier tritt man durch den Tod des eigenen Ichs in den Bund ein.

So wie die beiden Parteien, die in Israel in einen Bund eintraten, durch die Hälften des getöteten (,,gebrochenen”) Kalbes hindurchgingen, so treten wir auch heute durch das gebrochene Brot in einen Bund miteinander ein. Das ist eine genauso ernste Sache wie der erste Aspekt, den wir vorhin betrachtet haben, wenn wir einen Bund mit Gott schließen.

In 1. Samuel 18,1-8 lesen wir über Jonatan, der in einen Bund mit David eintrat.

Das ist ein wunderbares Bild davon, wie die Bundesbeziehung im Leib Christi aussehen sollte. Es heißt, dass Jonatans Herz mit dem Herzen Davids eng verbunden war. Das hier verwendete Wort ,,eng verbunden” ist dasselbe Wort, das in Nehemia 4,1 verwendet wird, wo es sich auf die Stadtmauer [Jerusalems] bezieht, die auf eine solche Weise gebaut wurde, dass es in ihr überhaupt keine Lücke gab. Auf diese Weise war auch Jonatans Herz mit dem Herzen Davids verbunden ­ es gab zwischen ihren Herzen keine Kluft für den Feind, wo er hätte durchbrechen können.

Es heißt ferner, dass Jonatan David wie sich selbst liebte. Das ist auch unsere Berufung im Leib Christi ­ dass wir zu einer EINHEIT zusammengeschmiedet werden, sodass es keine Kluft zwischen uns gibt (keine Kluft des Missverständnisses, der Eifersucht, des Argwohns usw.), durch die der Feind durchdringen und Spaltung verursachen kann.

Jonatan wäre in Israel derjenige gewesen, der am meisten auf David hätte eifersüchtig sein können, denn er war für Jonatan eine Bedrohung, Saul als dem nächsten König Israels nachzufolgen. Doch er überwand Eifersucht und liebte David wie sich selbst. Wie sehr beschämt Jonatan doch neutestamentliche Gläubige! Jonatan machte dann einen Bund mit David; und als Symbol des Bundes zog er seinen Rock aus und gab ihn David. Das war ein Symbol für Jonatans Verlangen, sich selbst als dem nächsten König Israels zu sterben und David zum König zu machen. Im Leib Christi wird uns befohlen, ,,einander mit Ehrerbietung zuvorzukommen” (Röm 12,10). Wir sollen unser Ich in den Tod geben, sodass wir aufrichtig und ehrlich danach verlangen, dass unsere Geschwister größer, höher und angesehener werden als wir selbst. Wir nehmen dann, wenn nötig, unseren Rock und bedecken die Blöße unseres Bruders, wo immer man sie sieht. Dadurch können wir unseren Bruder in den Augen der anderen herrlich machen. Das bedeutet es, mit Geschwistern im Leib Christi in eine Bundesbeziehung einzutreten.

Es ist unmöglich, in einen solchen Bund einzutreten, ohne dem eignen Ich ständig zu sterben. All die Probleme, die fast jede Versammlung von Gläubigen plagen, stammen daher, dass die dortigen Gläubigen nicht in eine solche Bundesbeziehung miteinander eingetreten sind. Jeder sucht das Seine. Das Ergebnis davon ist, dass Satan triumphiert. Aber solche Versammlungen sind nicht die Kirche, die Jesus baut, denn Jesus sagte, dass die Pforten der Hölle nicht in der Lage sein würden, die Kirche, die Er baut, zu überwältigen (Mt 16,18).

Jesus baut heute Seine Gemeinde in dieser Welt. Wenn wir Teil einer solchen Gemeinde sein und Teil daran haben wollen, diese Gemeinde zu bauen, dann müssen wir uns Bundesbeziehungen zu Herzen nehmen und sollten von ganzem Herzen lernen, was es bedeutet, unsere Geschwister herrlich zu machen.

Dann lesen wir, dass Jonatan auch seine Rüstung, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gurt nahm und sie David gab. Wenn wir in einen Bund mit unseren Geschwistern eintreten, geben wir alle Waffen ab, mit denen wir sie auf irgendeine Weise verletzen können. Das ist die Bedeutung von Jonatans Handlung.

Die Waffe, mit der in der Christenheit der maximale Schaden zugefügt wurde, ist die Zunge. Sind wir bereit, diese Waffe in einer Bundesbeziehung mit unseren Geschwistern auf eine solche Weise abzulegen, dass wir nie wieder, auch nicht einziges Mal, schlecht übereinander reden, lästern oder tratschen werden? Die Übergabe unserer Waffen beinhaltet ein derartiges Vertrauen gegenüber unserem Bruder, dass wir es uns erlauben können, vor ihm wehrlos zu sein, weil wir wissen, dass er uns niemals Schaden zufügen wird. Nur durch ein solches Vertrauen und eine solche Zuversicht wird Bruderschaft gebaut.

In 1. Samuel 19 und 20 sehen wir Jonatans standhafte Liebe zu David sogar als diese ihn kostete, sich gegen seinen Vater zu stellen. Jonatan stand auch in der Gegenwart von fleischlich gesinnten Verwandten zu seinem Bruder David. Er ist wahrlich für uns alle ein würdiges Beispiel, dem wir folgen sollen. Wir sollen unsere Geschwister im Glauben mehr lieben als unsere Blutsverwandten.

In Amos 1,9-10 sehen wir, wie ernst Gott den Bruch eines Bruderbundes sieht.

Tyrus hatte in den Tagen Hirams einen Bund mit Israel gemacht. Doch in der Zeit der Not verrieten sie Israel, lieferten sie ihren Feinden aus, und brachen damit den Bund, den sie gemacht hatten. Gott sagte Amos, dass Er Tyrus dafür hart bestrafen würde.

In 2. Samuel 21,1-2 sehen wir ein anderes Beispiel davon. In Israel war drei Jahre lang eine Hungersnot gewesen. Als David den Herrn deswegen suchte, sagte ihm der Herr, dass der Grund dafür darin bestand, dass Israel den Bund gebrochen hatte, den sie zur Zeit Josuas mit den Gibeonitern geschlossen hatten. König Saul hatte die Gibeoniter getötet und dadurch diesen ernsten Bund missachtet. Jahre später, lange nachdem Saul gestorben war, holte das Gericht Israel ein. Gott mag Seine Gerichte aufschieben, aber wo Er keine Buße sieht, werden diese Gerichte gewiss kommen.

Man kann die Frage stellen, warum Gott die Hungersnot so lange hinausschob.

Ohne Zweifel lag der Grund darin, dass Er Israel Zeit zur Buße gab. Als sie nicht Buße taten, kam das Gericht über sie.

Paulus sagte den Korinthern, dass Gott sie nicht richten würde, wenn sie sich selber richteten. Aber da sie sich nicht selber gerichtet hatten, waren viele unter ihnen daher krank und schwach und viele starben vor ihrer Zeit (1Kor 11,30-31). Alle Gläubigen, die dauernd schwach und krank sind, sollten Gott suchen, um herauszufinden, ob der Grund dafür vielleicht ein gebrochener Bruderbund ist ­ indem sie am Tisch des Herrn teilnehmen und dann ihre Brüder und Schwestern hinter ihren Rücken durch Lästerungen, Tratsch usw. verraten. Das war das Vergehen von Judas Iskariot ­ dass er mit Jesus am Bundesmahl teilgenommen hatte und dann hinausging und Ihn verriet. Wie der Psalmist prophezeite: ,,Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen” (Ps 41,10).

Möge der Herr jeden von uns befähigen, uns zu prüfen und in der Zukunft auf bedeutungsvolle Weise am Tisch des Herrn teilzunehmen. Lasst uns von ganzem Herzen für die Sünde, den Bund mit dem Herrn und mit unseren Brüdern und Schwestern zu brechen, Buße tun; und lasst uns auf die Stimme des Geistes hören, die zu uns gekommen ist.

Originalartikel: Breaking Bread ­ A Covenant

Artikel als PDF hier herunterladen

Print Friendly, PDF & Email